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Abtreibung

Als Abtreibung wird der vorsätzliche Abbruch einer Schwangerschaft mittels Entfernung des Embryo durch einen Arzt bezeichnet. Bis zur 12. Schwangerschaftswoche ist dieser Eingriff unter Umständen legalisiert, jedoch nur mit der Bescheinigung einer Beratungsstelle. Im §218 des Strafgesetzbuches (StGB) sind die Ausnahmeregelungen für den Schwangerschaftsabbruch festgelegt.

Ungewollt schwanger, was nun?

Wenn der Verdacht einer Schwangerschaft besteht, sollte diese Diagnose so schnell wie möglich beim Frauenarzt abgeklärt werden. Ist das Ergebnis eindeutig, dann steht einigen möglicherweise eine schwerwiegende Entscheidung bevor: das Kind auszutragen oder nicht. Wichtig ist, zunächst mit vertrauten Personen (Eltern, Partner, Freunden) zu sprechen und auch bei einer Beratungsstelle wie Pro Familia Hilfe in dieser Situation einzuholen. Gerade sehr junge Menschen können die Tragweite einer solchen Entscheidung und die langfristigen Folgen (emotional und körperlich) schwerer absehen. Folgende Fragen können für diesen Prozess der Entscheidungsfindung sehr wichtig sein:

  • Bin ich emotional, sozial und finanziell in der Lage, Verantwortung für ein Kind zu übernehmen?
  • Haben ich und/oder mein Partner genug Hilfe und Beistand, wenn wir das Kind bekommen?

Vorgehensweise nach der Entscheidung

Hast du dich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden, sind folgende Dinge wichtig:

  • Du musst dich bei einer anerkannten Beratungsstelle beraten lassen (Schwangerenkonfliktberatung nach § 219 StGB z.B. bei Pro Familia). Diese ist kostenlos. Du bekommst organisatorische und psychologische Unterstützung, wirst über Risiken und Vorgehensweisen des Eingriffs beraten, doch die endgültige Entscheidung triffst du selbst.
  • Du benötigst eine Bescheinigung dieses Gespräches sowie eine Schwangerschaftsbescheinigung des Frauenarztes.
  • Erkundige dich bei deiner Krankenkasse, wer die Kosten (ca. 400 Euro) dafür übernimmt.
  • Der Eingriff darf nur bis zur 12. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden, deshalb solltest du so schnell wie möglich einen Termin dafür vereinbaren.
  • Zwischen dem Beratungsgespräch und dem Abbruch müssen jedoch mindestens drei Tage Bedenkzeit liegen. Erst am vierten Tag darf der Eingriff vorgenommen werden.

Die gesetzliche Grundlage

Laut Gesetz ist die Abtreibung strafbar. Der § 218 des Strafgesetzbuches (StGB) regelt jedoch bestimmte Bedingungen und Tatbestände, unter denen ein Eingriff zwar gesetzeswidrig ist, aber straffrei bleibt. So ist nach § 218a ein Abbruch nicht strafbar, wenn die Schwangere durch eine Bescheinigung nachgewiesen hat, dass sie sich mindestens drei Tage vor dem Eingriff hat beraten lassen, den Eingriff ein Arzt durchführt und seit der Empfängnis nicht mehr als 12 Wochen vergangen sind.

Wo kann der Eingriff durchgeführt werden?

Die Beratungsstellen geben Auskunft, wo sich in deiner Nähe Einrichtungen und Fachärzte befinden, die diesen Eingriff durchführen und auch die Nachbehandlungen betreuen. In Frage kommen in erster Linie:

  • Praxis- und Tageskliniken
  • Medizinische Einrichtungen von Pro Familia
  • Krankenhäuser und Arztpraxen

Methoden des Schwangerschaftsabbruchs

Es gibt unterschiedliche Methoden der Abtreibung:

  • Bei der Absaugung/Ausschabung wird unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose mit Hilfe eines dünnen Röhrchens, das mit einer Saugpumpe verbunden ist, die befruchtete, eingenistete Eizelle abgesaugt. Das umliegende Gewebe wird durch die Ausschabung entfernt. Dieser Eingriff dauert nur wenige Minuten.
  • Die Abtreibungspille Mifegyne (RU 486) wird alternativ zu den chirurgischen Eingriffen und unter strenger Kontrolle des Arztes angewandt. Sie besteht aus drei Tabletten, die in bestimmten Zeitabständen eingenommen werden. Der enthaltene Wirkstoff Mifepriston sorgt dafür, dass die befruchtete und in die Gebärmutter eingenistete Eizelle abgestoßen wird. Sie darf nur bis zum 49. Tag nach dem ersten Tag der letzten Periode genommen werden. Seit Juli 1999 ist sie auch in Deutschland zugelassen. Diese Methode ist nur bedingt sicher. Bleibt nach der Einnahme die Schwangerschaft bestehen, muss ein chirurgischer Eingriff in Betracht gezogen werden.

Risiken und Komplikationen

Bei jeden chirurgischen Eingriff können Komplikationen auftreten. Ein Schwangerschaftsabbruch birgt folgende Risiken:

  • Blutungen der Gebärmutter
  • Verletzungen des Gebärmutterhalses, Risiko für spätere Fehl- und Frühgeburten
  • Infektionen und zukünftige Unfruchtbarkeit
  • Verletzungen der Gebärmutter, so das sie vollständig entfernt werden muss
  • Schädigung der Gebärmutterschleimhaut

Nach dem Eingriff

  • Nach einem solchen Eingriff ist viel Ruhe und Entspannung wichtig.
  • Liebevoller Umgang und Reden mit vertrauten Personen, mit dem Partner oder mit Freunden hilft, das Erlebte besser zu verarbeiten.
  • Mindestens 14 Tage lieber nicht baden, sondern duschen, keinen Geschlechtsverkehr haben, keine Tampons, sondern Binden verwenden, um die Infektionsgefahr zu verringern.
  • Bei Unwohlsein, starken Blutungen oder erhöhter Temperatur sofort den Arzt benachrichtigen.
  • Oftmals treten seelische Probleme auf, vor allem, wenn viel Druck von außen bestand oder die Entscheidung sehr unsicher war. Dann sollte psychologische Hilfe von einer Beratungsstelle angenommen werden, um das seelische Gleichgewicht wieder her zu stellen.
  • Verlief der Eingriff ohne Komplikationen, können Frauen wieder ganz normal schwanger werden.
  • Um eine erneute ungewollte Schwangerschaft zu verhindern, sollte auf eine sichere Verhütung zurückgegriffen werden.

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